Susteck, Dominik: Zeichen (2016) für Orgel

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Beschreibung

 

Dominik Susteck: Zeichen (2016) für Orgel | Spieldauer: 31 Minuten (6′,5′,5′,5′,5′,5′)
Morse – Funkfeuer – Schatten – Echos – Signal – Geister

Noten zur Ansicht [hier]

CD-Aufnahme: hier

Die Komposition „Zeichen“ ist ein Kompositionsauftrag der Bischöflichen Kirchenmusikschule Essen, Leitung Jörg Stephan Vogel, Uraufführung am 5.10.2016 im Essener Dom. Interpreten: Tomislav Barbaric (I), Alexander Grün (VI), Natalie Mol (III), Tobias Seidel (IV+V), Matija Vudjan (II).

Anmerkungen des Komponisten

I

Im ersten Satz „Morse“ findet sich ein als Morsezeichen verklausuliertes Zitat aus dem Markusevangelium (7,31-37): „Öffne dich – Effata“. Übersetzt in Morsezeichen ergibt sich folgender Rhythmus: 

[- – – . ..-. ..-. -. . / – .. .. -.- ….] „Effata“ steht als Sinnbild des Öffnens zu Gott, zur Spiritualität, zum Leben. Die Morsezeichen finden sich als Rhythmus in den Zungenstimmen wieder.

II

„Funkfeuer“ ist ein gestreutes Signal, das Flugzeugen Orientierung bietet. Zugleich bildet es ein Licht in der Dunkelheit, das zwar einen Weg andeutet, nicht in einem vorgegebenen, sondern in einem freien Sinn. Hier pfeift der Organist zu seinem Spiel. Es findet eine ständige Annäherung zwischen dem Pfeifen und der Orgel statt, die jedoch nicht ganz aufgeht.

III

Der „Schatten“ ist mehrdeutig. Huschende Töne, Tonballungen oder hängende Töne bilden sich. Nach den tiefen, geräuschhaften Tönen zu Beginn entwickelt sich die Musik zu einem strahlenden, insistierenden Akkord.

IV

Die „Echos“ stellen eine Suche nach einem Gegenüber dar. Es entsteht ein motivischer Dialog zwischen Hauptwerk und Schwellwerk. Manchmal verhalten sich die Töne in freier Variation zueinander. An anderer Stelle ordnen sie sich als Wiederholung ein.

V

Ein „Signal“ ist eine klares akustisches Zeichen, das wie ein Aufruf wirkt. Das Stück verlangt nach dem Tutti der Orgel. Mit seinen Repetitionen und Oktaven baut es sich streng auf. Das eigentliche Signal ist eine Rufterz, wie sie in der Sprache beispielsweise zwischen Mutter und Kind zu hören ist.

VI

Die „Geister“ stehen weniger für Dämonen, sondern als Sinnbild für den Geist, ganz nach dem Motto, dass im Geistigen auch das Geistliche zu finden ist. Der Interpret nutzt Zusatzinstrumente und verlässt schließlich die Orgel. Zum einen deutet diese Aktion die Vergänglichkeit an. Zum anderen zeigt sie, dass Musik immer Geist ist und nicht bei den Tönen oder beim Instrument zu finden ist, sondern beim Kommunizieren und Erfahren.

The composition „Zeichen“ is a composition commission by the Bischöfliche Kirchenmusikschule Essen, director Jörg Stephan Vogel, premiere at the 5th October 2016 in Essen cathedral. Interprets: Tomislav Barbaric (I), Alexander Grün (VI), Natalie Mol (III), Tobias Seidel (IV+V), Matija Vudjan (II).

Remarks by the composer

I

In the first movement „Morse”, there is a quote from the Gospel of Mark (7: 31-37), enclosed as a Morse code: „Open up – Effata”. Open up is translated into Morse code in the following rhythm:

[- – – . ..-. ..-. -. . / – .. .. -.- ….] „Effata” stands as a symbol of opening to God, to spirituality, to life. The Morse signs can be found as a rhythm in the reeds.

II

“Beacon” (Funkfeuer) is a scattered signal that provides orientation for aircraft. At the same time it forms a light in the darkness, which indeed indicates a way, although not in a given, but in a free sense. Here the organist whistles to his play. There is a constant rapprochement between the whistling and the organ, which however, does never quite catch up.

III

The „shadow” (Schatten) is ambiguous. Hustling notes, clusters or hanging sounds form. After the deep, noisy sounds at the beginning, the music develops into a radiant, insistent chord.

IV

The „echoes” (Echos) represent a search for a counterpart. The result is a topical dialogue between Great and Swell. Sometimes the sounds relate in free variation to each other. Elsewhere, they arrange themselves as repetition.

V

A „signal” (Signal) is a clear acoustic sign that acts like a call. The piece requires the tutti of the organ. With its repetitions and octaves it builds up rigidly. The actual signal is a minor third, a calling utterance as it can be heard in the language, for example, between mother and child.

VI

The „spirits” (Geister) are not so much demons, but a symbol of the cognitive spirit, according to the motto that in the cognitive also the spiritual is to be found. The interpreter uses additional instruments and finally leaves the organ. On the one hand, this action indicates the transience. On the other hand, it shows that music is always spiritual and can not be found in the sheet music or the instrument, but in communicating and experiencing.

Marke

Susteck, Dominik (*1977)

  Dominik Susteck (*1977 in Bochum) ist seit 2007 Organist der Kölner Kunst-Station Sankt Peter. Neben Lehrtätigkeit an Hochschulen in Essen, Düsseldorf, Weimar und Köln machte er mit modernen Improvisationskonzerten auf sich aufmerksam. Daneben spielte er zahlreiche Uraufführungen von Werken jüngerer Komponisten (Janson, Odeh-Tamimi, Pena, Froleyks, Köszeghy, Ruttkamp, Seidl, Wozny u.a.). Sein überwiegend auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Repertoire (Herchet, Hölszky, Kagel, Ligeti, Rihm, Stockhausen, Stäbler u.a.) präsentierte er auf mehreren CDs beim Label Wergo und Querstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, zweimal hintereinander erhielt er dafür den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als Komponist wurde er mit Preisen ausgezeichnet (Deutscher Musikwettbewerb, Klaus-Martin-Ziegler Preis, Schneider Schott Musikpreis Mainz u.a.). Dominik Susteck (*1977 in Bochum) has been organist of the Cologne Art Station Sankt Peter since 2007. In addition to teaching at musical colleges in Essen, Düsseldorf, Weimar and Cologne, he has attracted attention with modern improvisational concerts. In addition, he has played numerous world premieres of works by younger composers (Janson, Odeh-Tamimi, Pena, Froleyks, Köszeghy, Ruttkamp, Seidl, Wozny and others). He presented his repertoire, which is predominantly oriented towards contemporary music (Herchet, Hölszky, Kagel, Ligeti, Rihm, Stockhausen, Stäbler and others) on several CDs on the Wergo and Querstand labels in cooperation with Deutschlandfunk, and twice in a row he received the German Record Critics' Award for this. As a composer he has been awarded prizes (German Music Competition, Klaus-Martin-Ziegler Prize, Schneider Schott Music Prize Mainz and others).